Fotoalbum - Storys
Hier einige erstaunliche, aber auch unglaubliche Begebenheiten mit
Tollwut - oder was?
Wie schon bekannt, leben wir in Cronenberg, umgeben von Wald, engen Tälern durchzogen mit Bachläufen, einer großen Zahl an Wanderwegen, die sich um den Berg ziehen. Täglich nutzen Menschen mit und ohne Nordic-Walking-Stöcken, zu Pferd, aber auch mit dem Rad und viele in Begleitung ihres Hundes diesen Laufgenuss durch die abwechslungsreiche Natur des Bergischen Landes. Denkt der Unbedarfte, bei so viel "Freizeitdruck" wohl kaum ein Wildtier des Waldes zu sehen, so irrt er. Anblicke von vertraut äsendem Rehwild, spielenden Junghasen im Frühjahr auf den wenigen Wiesen sind keine Seltenheit, und Besuche von Fuchs und Marder im Garten, am Rande des Landschaftsschutzgebietes gelegen, erleben wir immer wieder. Es scheint mir, die Tiere des Waldes haben sich mit unserem Tun arrangiert! Vor allem, wenn wir verantwortungsvoll ihre Brut- und Setzzeiten (Rehwild: April bis Juni) berücksichtigen. An einem frühen Nachmittag im Oktober 2005, Ulothrix wurde von mir zur jagdlichen Brauchbarkeitsprüfung vorbereitet, entschloss ich mich, auf unserem Spaziergang eine kleine Verlorensuche (mit 6 Dummiess) aufzubauen. Dafür hatte ich mir einen Hang nicht weit vom Waldparkplatz ausgesucht, mit niedrigen Bewuchs, Geäst und Brombeergestrüpp unter hohen Tannen und einigen Buchen an einem durchziehenden Bachrinnsal. Vom Weg aus konnten die Dummies gut verteilt in den Hang geworfen werden. Ich fand die Stelle ideal! Nach einem kleinen Spaziergang mit etlichen Mensch- und Hundebegegnungen und kleinen vorbereitenden Gehorsams- und Apportierübungen kamen wir auf unserem Rückweg zurück an den besagten Hang. Ulothrix nahm freudig das Gelände an und begann sogleich mit tiefer Nase zu suchen. Schnell hatte er den ersten Dummy gefunden. Vorbei kommende Jogger störten ihn nicht, auch das schon in der Ferne deutlich vernehmende Klack-Klack der Nordic Walker ließ ihn nicht in seinem Tun innehalten. Gut sah's aus, fand ich, und schickte ihn drittmalig ins Suchengebiet. Doch was dann geschah ließ mich erzittern. Ulothrix, nichts ahnend, war dabei, einen Dummy aus dem Geäst zu ziehen, als von rechts im schnellen Galopp ein Reh auf ihn zu stürmte. Abbremsen sah ich es nicht, eine leichte Körperdrehung war zu vernehmen, ein Trommelwirbel der Rehhinterläufe fuhren auf den verdutzten Ulothrix hernieder und schon befand sich das Reh wieder am rechten Rand unseres Suchengebietes. Ulothrix mit dem Dummy im Fang war für Sekunden erstarrt, die Welt stand für ihn still. Tollwut - war mein erster Gedanke! Das Reh beobachtete uns aufmerksam, bei einer Bewegung von Ulothrix zog sie sofort wieder in seine Richtung, groß aufgestellt, deutlich spürbar die Bereitschaft zum nächsten Angriff. Ulothrix' Erstarrung löste sich langsam; er spürte, ein ruhiger Rückzug zu mir hin sei die beste Entscheidung für ihn. Bei weiterer genauer Betrachtung des Rehs, aus sicherem Abstand mit Ulothrix an meiner Seite, sah ich dann das starke Gesäuge! Es musste wohl ein Kitz des Rehs ganz in der Nähe abgelegt sein, das den unerwarteten, bedingungslosen Einsatz des Muttertiers erklärte. Wir traten ruhig, doch noch mit leicht zittrigen Knien unseren Rückweg zum nahen Parkplatz an. Am anderen Tag, im Brauchbarkeitskurs, stellte ich dann zögernd die Frage, ob jemand anderes je so ein wehrhaftes Reh schon einmal erlebt oder davon gelesen habe. Prompt kam die Bestätigung eines Jagdkollegen. Er hatte dieses Verhalten bei einem Ansitz vor Jahren erlebt, als eine führende Ricke (weibliches Rehwild mit Kitz) im wahrsten Sinne des Wortes einen Fuchs verprügelte. Übrigens hat Ulothrix einige Tage später die noch fehlenden drei Dummies aus dem Suchengelände geholt. Anfänglich waren seine Schritte zögerlich, immer wieder mit einem sichernden Blick in die besagte Richtung aus der die "Furie" nahte. Gott sei Dank blieb sie uns an dem Tag erspart, alle Dummies fanden den Weg zurück in meine Tasche und Ulothrix seine Freude bei der Suche.
Wie kommt der Hund auf den Vordersitz? Lange Zeit versuchten wir das Rätsel zu lösen, wie Ulothrix trotz des fest installierten Hundegitters, was den Kofferraum vom restlichen Auto trennte, immer wieder auf dem Fahrersitz landete. Über längere Zeit kamen wir auf keine Lösung. Bis ich eines Tages in der Autowerkstatt stand und wir Zeuge seines Tuns wurden. Ulothrix löste durch Pfotendruck die Rückenlehnenhalterung, drückte beim durchschlüpfen die Rückenlehne runter, die wiederum nach ihm zurückschnellte und ihre alte Position einnahm. Curly - Zauberei!
Ein Kanin zu viel?!
Es war für uns die Zeit vor der Brauchbarkeitsprüfung. Ein erfahrener Mitstreiter (JGHV-Richter, Hundeführer eines DL) berichtete mir von seiner Prüfung und einem Fehler, der ihm, obgleich ein "alter Hase", passiert war. Was war geschehen? Er hatte in der Vorbereitungszeit die Schleppenarbeit immer nur mit einem Stück Schleppwild trainiert und trotzdem am Prüfungstag mit zweien die Schleppe legen lassen. Die Prüfung endete in einem Fiasko. Von ihm also gewarnt, wurde für Ulothrix am nächsten Tag eine Kaninchenschleppe gelegt, das geschleppte Kaninchen am Ende ausgelegt und in der Verlängerung in Helfernähe ein zweites Kaninchen abgelegt. Der Helfer war gut versteckt im Graben einige Meter hinter dem zweiten Kaninchen. Ulothrix zeigte mir auf dem für mich sichtigen Teil eine saubere Schleppenarbeit mit tiefer Nase. Natürlich erwartete ich ihn rasch zurück, doch meine Geduld wurde mächtig strapaziert. Unendliche Zeit verging, bis ich ihn endlich auf dem Rückweg wieder sehen konnte, ein Kaninchen im Fang. Aber warum hatte es so lange gedauert? Der Schleppenleger berichtete, dass Ulothrix schnell zum Ende der Schleppe kam, das Kaninchen aufnahm, im Bogen den Rückweg antreten wollte, aber dabei wohl Wind vom zweiten Kaninchen bekam. Natürlich sprintete er jetzt dort hin, stand dann recht ratlos vor dem zweiten Kaninchen, versuchte, beide zu transportieren, was aber auf Grund der Größe nicht möglich war. Also ließ er erst einmal beide liegen und machte sich auf die Suche nach dem Helfer! Den fand er dann auch, entschied sich, ihm eines der Kaninchen zu bringen, um dann das andere im großen Galopp zu mir zu bringen.
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