Der Curly Coated Retriever

Teil 2

meines persönlichen Berichtes!



Von Ulothix reichlich mit Erfahrungen ausgestattet, erlebe ich jetzt

Ustäsen`s Ask „ Moses“, meinen zweiten Curly!


Vorausschickend möchte ich sagen, dass Moses sich in vielen Dingen grundlegend anders zeigt.
Moses ist in seinem Wesen ein sehr ausgeglichener Hund, er nimmt veränderte Situationen gelassen an, findet sich hinein und macht dadurch den Umgang mit ihm sehr leicht. Seine starke Menschenbezogenheit tut ihr übriges.

Was für alle Hunde unabdingbar im Zusammenleben ist, ist die persönliche Bindung zu IHREN MENSCHEN.

Hat der Hund das für ihn nötige Bindungs - Vertrauens - Verhältnis gefunden, dann wird er zum leichtführigen Hund, der alles immer für seinen Menschen tut.

Für den Leser ist dieser Satz vielleicht wenig greifbar; deshalb möchte ich versuchen, es an einigen Beispielen deutlicher zu machen.

Bindung ergibt sich nicht aus einem bloßen Zusammenleben!
Natürlich ist es wichtig, dem Welpen die ganze Bandbreite seiner neuen Umwelt zu zeigen, mit ihm zu erleben. So habe ich bereits die ersten kleinen Gänge, immer von Moses frei folgend, fernab von Wegen, in der Natur zu "Abenteuer"momenten gemacht. Vertrauensvoll ist er uns durch das Unterholz, Buschwerk gefolgt. Kam er von sich aus zu mir, wurde er dafür mit einem Leckerlie belohnt.


Da war das HIER schnell positiv belegt, wurde schnell von ihm umgesetzt.


Bei Gängen in Begleitung von Ulothrix wurde abwechselnd frei gelaufen. Ich habe diese Vorgehensweise gewählt, um prophylaktisch gegen eine Führungsposition für Moses durch Ulothrix im Gelände zu wirken.

 
Sonst würde es draußen wohl eher so immer aussehen!!


Mit seinem fortgeschrittenen Ausbildungsstand war Ulothrix eine große Hilfe.

So wurden die entsprechenden Befehle von ihm immer sehr gut ausgeführt und Moses machte es ihm einfach nach:

"Nein"

leider ein Wort, das der Welpe in den ersten Wochen / Monaten am häufigsten hört. Drum habe ich es sehr bewußt immer positiv belegt, nach dem Nein kam immer sofort ein Hier, was mit einem Leckerlie belohnt wurde, oder das Abwenden von dem Objekt der Begierde wurde gelobt.

"auf den Weg“

(ich dulde bei meinen Hunden außerhalb der Arbeit kein eigenes Stöbern im Unterholz, kein Verlassen der Wege über einen Wegesrand von ca. 2m hinaus

 

„Hier“

„Stopp“

„Warte“

"nicht so weit" = nicht weiter als 8 -10 Meter!

Somit eine große unterstützende Kraft.


Hilfreich war ebenfalls das tägliche Gehen neuer Wege; dadurch kam  bei Moses das „Wissen , ich weiß schon, wo es lang geht“, nicht auf.


Natürlich wiederholen sich mit der Zeit die Wege, aber nicht täglich und oft anders gegangen. Zeigte mir Moses ein Erkennen durch Richtungslauf, weites Vorauslaufen, so habe ich eine andere Richtung eingeschlagen, mich mit Ulothrix versteckt , bin gezielt vom Weg abgegangen, halt einfach was neues , unbekanntes eingebracht und schon blieb er in meiner Nähe.
Wie jeder Leser von Ausbildungsbüchern oder Trainern weiß.


„ Bleiben Sie spannend, unberechenbar“!

Ebenfalls bindungsfördernd zeigten sich die kurzen Lerneinheiten für den Welpen / Hund, die im ersten Jahr die Grunderziehung in Haus, Stadt und Wald /Flur ausmachten. Fußarbeit, Leinenführigkeit, freie - bei - Fuß - Folge, Warten in allen Situationen des Lebens.
Die vielen kleinen Erlebnisse, die wir gemeinsam meisterten; altersentsprechende Unsicherheiten wurden gemeinsam überwunden.

Hatte ich den Eindruck – es ist genug, kam er in den Rucksack – den er sehr gemocht hat. Ebenso nutzten wir auch den Zimmerkennel für seine Ausruh – und "Besinnungs"zeiten im Haus.

Den kontinuierlichen Besuch einer  Welpengruppe habe ich mit Moses ganz bewusst nicht gemacht, waren die gemachten Erfahrungen mit Ulothrix da nicht sehr positiv. Da in vielen Gruppen das Spiel im Vordergrund steht, wollte ich die Verknüpfung

Hunde = Spiel unbedingt im ersten Lebensjahr vermeiden, um meinen persönlichen Bindungsaufbau nicht zu mindern.

So haben wir nach Erreichen des Impfschutzes einmalig eine gemischte Welpengruppe des Tierheims Wuppertal besucht und immer wieder bewusst die üblichen Hundeauslaufstrecken genommen, wo er seine innerartlichen Erfahrungen machen konnte. Ulothrix, auch hier eine unsagbare Hilfe, da der Welpe / Junghund sich vieles vom älteren an Verhalten abschaut. Wie gut, dass Ulothrix ein so sicherer Rüde ist, auch im Umgang mit gleichgeschlechtlichen Artgenossen!!

Meine Entscheidung, wann man Artgenossen trifft, wann man mit ihnen spielen darf, wann man eine Pause macht, usw….. sehe ich ebenfalls als Teilbaustein des Gesamtbildes Aufbau von Bindungs und Vertrauen.

Nein, das Apportieren spielte zu der Zeit keine Ausbildungsrolle.

Oder doch?

Nimmt man es eng, dann nur indirekt für den Welpen erkennbar.
Alles, was Moses von sich aus trug, heranschleppte, wurde von mir mit Worten belohnt.
Seine Begeisterung war immer sehr groß dabei, er kletterte sehr gerne mit Beute auf meinen Schoß ( da ich meistens auf dem Boden saß ), aber ich habe ihm in den seltensten Fällen das Gebrachte abgenommen und wenn, dann nur im Tausch gegen etwas anderes. Lob und Freude über sein Tun waren  und sind  immer dabei.
Ich denke, wir haben das Ziel erreicht, dass sein vorhandener Bringtrieb dadurch weiter positiv gestärkt wurde, er das Vertrauen bekam, auch mit Beute ist es toll bei meinem Menschen.So liebt er es auch heute noch, im Haus mit einem "Geschenk" auf meinen Schoß zu klettern. Apropos auf den Schoß klettern!
Ja, Moses ist ein Curly, der Körperkontakt von der ersten Sekunde sehr geliebt hat.

Da Ulothrix in den ersten Wochen des gemeinsamen Lebens mit Moses sich verweigerte, dem Kontaktliegebedürfnis des Welpen nachzukommen, übernahm ich diese Aufgabe.

So begann meine Bodenkrabbelzeit! Moses nahm es begeistert an; gerne schlief er auf meinem Schoß oder ganz dicht an mich gekuschelt. Heute beschließt er gerne damit den Tag und ich denke schon, dass diese Momente der Nähe ebenfalls ein kleines Bauteilchen der Bindung sind.

Klar, es gibt auch Curlies, die diese Nähe später ablegen und doch, auch Ulothrix hat Momente der Nähe, die aber er bestimmt!
Blicke ich zurück auf diese Zeit, so war alles bisherige Tun mit Moses ein fröhliches Lernen für ihn.
Immer positiv verstärkt mit Leckerlies , liebevollen Worten, Spiel, usw… wie heute auch noch!

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