Der Winter diesen Jahres trägt einen grünen Mantel, keine Schneemassen versperren uns den Weg nach unten und so habe ich die Chance genutzt, an einem Seminar der DRC/BZG Gelsenkuirchen in GS/Heßlar teilzunehmen. Dank einer ausgezeichneten Wegbeschreibung von Christiane verlief die Fahrt vom Bergischen in das Ruhrgebiet zügig und ohne Schwierigkeiten, das Gelände schnell gefunden. Hier erwartete uns Petra Soons Golden Meute , mit dabei der unverwechselbare Kid
( ForRest Cottage Cincinnati Kid ). Ich habe mich sehr gefreut, ihn bei bester Gesundheit und "gut zu Fuß" zu sehen, seine Selbstverständlichkeit beim Apportieren, seine große Freude im TUN, ein toller Golden !
Als erstes stand die Bekanntmachung der Hunde mit einem Schafszaun auf dem Programm. Hier verließen mich schnell die Nerven, Angst um Moses Vorderlaufgelenk ( wo der Sehnenanriss war ) wurde zu groß, so dass ich die Hindernisse für ihn in der Aufgabenstellung aussparte. Schritt für Schritt werde ich in aller Ruhe mit ihm das hohe Springen über Zäune aufbauen, was mehr Zeit braucht als in einem Seminar für das Einzelteam zur Verfügung steht.
Für die etwas sprungfreudigeren Retriever sah die
1.Aufgabe wie folgt aus:
Voran über den Schafszaun, ca. 15m weiter Sprung über eine große Rolle, um dann nach ca. weiteren 15m auf die ausgelegten Daummies zu treffen. Natürlich sollte der Rückweg wieder flott über die Hindernisse zum HF gehen, doch da zeigten schon viele ihre Vorliebe für "Boden unter den Pfoten"!
Moses hatte es da um vieles leichter, mußte er doch nur voran ohne Sprünge gehen, keine Ausweichwege suchen. Drum erschwerte Petra schnell für uns die Aufgabe, ließ Markierungen an unserer Nase vorbei fliegen, die den Moses & mich abrupt
aus der Wintermüdigkeit aufwachen ließen, er schon beim Dummyaufprall da war und flucks zurück!! So konnte es natürlich nicht weiter gehen.....er erinnerte sich, was warten heißt und so konnten wir im zweiten Anlauf auch diese Aufgabe meistern.
2. Aufgabe:
die Teams gehen zum Baum, bilden eine Linie und die Hindernisse sollten jetzt in umgekehrter Reihenfolge ( Rolle / Zaun ) überwunden werden, hin zu einer Markierung.
3a. Aufgabe:
Alle Teams legten wiederum Dummies um den Baum, gehen voran auf die andere Zaunseite und bilden hier wieder eine Linie.
Jetzt kam vorne Petra`s Dummy-Wurf-Maschine mit ihrem unverwechselbaren Ton
( Moses findet ihn so was von toll ) zur Geltung.
Jeder Hund durfte einmal eines dieser Dummies als Markierung arbeiten.
3b. Aufgabe:
Nach dem Ton wurde der arbeitende Hund umgedreht und mit voran über den Zaun, die Rolle zum Baum geschickt.
3c: Aufgabe:
Die Wurfmaschine läßt nach Ton - Abgabe
eine Markierung fliegen, der Hund holt vorab natürlich erst ein Halbblind vom Baum, nach Abgabe darf die Markierung gearbeitet werden.
Für uns wurde als Zusatz Fußarbeit eingefügt, um dann das Halbblind von dem neuen Punkt zu arbeiten.
Schnell zeigte sich bei so manchem Fellgenossen, dass das Arbeiten aus der Linie, der maschinelle Ton und die Wartezeit ihre Nerven bloßlegten und sie dieses durch Lautwerden deutlich zeigten.
Da hat mich Moses Ruhe, Gelassenheit und ja auch Steadyness sehr gefreut, bei einer Körperspannung, die ihn zittern ließ.
In einer kurzen Pause wurde der Zaun abgebaut, 2 Dreier Teams gebildet, um die 4.Aufgabe wie folgt zu arbeiten:
die Wurfmaschine läßt nach Ton eine Markierung fliegen, an der linken Seite vom Team
fliegt ein Flitschedummy.
Der rechte Hund des Teams muß das Halbblind am Baum arbeiten, danach der mittlere Hund die Markierung und der Driite übt sich im WARTEN.
Danach werden die Plätze getauscht, bis jeder Hund alle Positionen gearbeitet hat.
5. Aufgabe:
Alle Teams bilden eine querverlaufende Linie zum Walk up, jetzt fliegt zusätzlich noch eine Markierung nach vorne, weiterhin wird die Markierung der Maschine und das Halbblind gearbeitet.
6. Aufgabe:
die Linie hat sich umgedreht, es fliegen je nach Petra`s Wahl Markierungen nach vorne und hinten oder auch die Maschine wirft ein Dummy aus - ach ja, ab und an war auch noch ein Halbblind am Baum zu holen.
Moses war hellwach !
Doch auch er zeigte am Ende des Tages Nerven und brachte einen kurzen Einspringer
( mein kräftiges NEIN ließ ihn stoppen ) und doch kam großer Unmut bei unserer Nachbarin auf.
Schade, es tut mir noch heute schrecklich leid......
doch wie soll man es besser machen wenn es passiert ?
Pfeifen?
...sich auf den Hund stürzen?
den Hund durchlaufen lassen - er wird dann das Dummy apportieren ...?
Das Arbeiten aus der Linie heraus ist für alle Beteiligten eine "Kraftanstrengung" ob jetzt mit hohem oder niedrigem Trieb!
Mein ganz persönliches Fazit:
Moses hat super markiert, sich in gerader Linie voran schicken lassen.
Ist TONLOS , trotz Lautsein der anderen!!
Steadyness in der Arbeit mit anderen Hunden ist noch immer ein Thema
unser momentanes Einzeltraining ist schlichtweg zu Reizarm für ihn, bringt uns nicht weiter!!
Ich muß mich besser beim Suchenpfiff kontrollieren!
Läßt meine Spannung nach, unterstützt das seine Einspringer!!
Mut haben , ihn über einen Sprung fliegen zu lassen.
Gehen wir das Sprungtraining also an.
Dank an Petra für den netten Nachmittag im Sonnenschein und den BZG Mitgliedern für die freundliche Aufnahme.

|